Mittwoch, 30. März 2011

Vortragsankündigung

Vortrag zu den Forschungsergebnissen aus Indien:

„Using 454 pyrosequencing for assessing the effect of artificially applied Beauveria bassiana on fungal diversity in agricultural soils in India“


13th European Meeting of the IOBC/WPRS Working Groups "Insect Pathogens and Insect Parasitic Nematodes" entitled “Biological Control in IPM Systems”

19-23. Juni 2011, Innsbruck (Österreich)


Die Teilnahme an dieser Tagung wird mir durch die finanzielle Unterstützung der GFFG (Gesellschaft zur Förderung der Forschungsanstalt Geisenheim) sowie des „IOBC Student Travel Support“ ermöglicht. An dieser Stelle sei beiden Einrichtungen herzlich gedankt!

Tagungsbeitrag hier zum Download: Hirsch_et_al_2011_IOBC_Bulletin (pdf, 240 KB)

Montag, 21. März 2011

Artikel zum Download

Im neuen Campus-Magazin des Campus Geisenheim habe ich über meine Erfahrungen in Indien berichtet.

Hier der Artikel zum Download: Forschungsaufenthalt_Indien (pdf, 6,317 KB)!

CampusMagazin_komp

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Welcome back in the Rheingau, Germany!

Schnee1

Seit heute Morgen habe ich wieder hessischen Boden unter meinen Füßen und mir ist kalt ;-)!
In meinem Gepäck habe ich nicht nur in Socken verpackte PCR-Proben, Mitbringsel für Freunde, Familie und Arbeitskollegen, einen ganzen indischen Gewürzschrank sondern auch unver-gessliche Erinnerungen an eine grandiose Zeit in Indien!
Mit diesem Eintrag endet nun mein ganz persönlicher Weblog aus Indien! Ich hoffe Ihr hattet Spass mit der Berichterstattung und konntet zumindest ein wenig an meinen indischen Erlebnissen teilhaben!?

Herzliche Grüße – Eure Jacqui

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Ich mach´ dann mal nen Abflug....

Abflug

Großer Rucksack: 20.1 kg (Erlaubt: 20.0 kg)
Kleine Rucksack: 7.5 kg (Erlaubt: 7.0 kg)
Laptop: wiegen wir nicht ;-)

...wenn das mal nicht perfekt gepackt ist!

Good Bye India!

Bild2

Flug 1 Mittwoch, 1. Dezember 2010
Abflug: 12:20 Vishakhapatnam, Indien - Vishakhapatnam
Ankunft: 14:35 Delhi, Indien - Indira Gandhi International , Terminal 1
Fluggesellschaft: Nacil Indian Airline IC7602 Dauer: 2:15
Flugzeugtyp: Canadair Regional Jet

... ca. 12 Stunden warten in Delhi bis es weiter geht...

Flug 2 Donnerstag, 2. Dezember 2010
Abflug: 03:05 Delhi, Indien - Indira Gandhi International , Terminal 3
Ankunft: 07:10 Frankfurt, Deutschland - Frankfurt International, Terminal 1
Fluggesellschaft: Nacil Air India AI8761 Dauer: 8:35
Flugzeugtyp: Boeing 747-400

Drückt mir die Daumen, dass alles klappt!
Ich melde mich wieder sobald ich hessischen Boden unter meinen Füßen spüre!

Dienstag, 30. November 2010

Ein Dankeschön für Indien!

Heute ist mein letzter Tag in Visakhapatnam, Indien!

Es wird Zeit DANKE zu sagen!

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Dear Madame (Prof. Uma Devi K., Department of Botany, Andhra University),

thank you so much for the really great time in India. I had such a delicious lunch (due to your cooking) and so many nice and new experiences every day, that these two months will stay in my mind forever! My time in India was the best during my PhD! Thanks soooo much!

Best regards - Jacqui

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Foto: Prof. Uma Devi K. und ich! Ein Dankeschön für Indien!

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Liebe Annette (Prof. Annette Reineke, Fachgebiet Phytomedizin, Forschungsanstalt Geisenheim),

auch Dir möchte ich von ganzem Herzen danken, dass Du mir die Gelegenheit ermöglicht hast zwei wundervolle Monate während meiner Doktorarbeit in Indien zu verbringen! Die Zeit in Indien war super spannend und alle meine Reiseziele:

Interkultureller Austausch
Neue Erfahrungen
Denkanstöße
Inspiration
Aufregung

haben sich zu 100% erfüllt! Vielen herzlichen DANK!
Nichtsdestotrotz freue ich mich wieder riesig auf die Phyto in Geisenheim und die (wenigen?!) verbleibenden Monate meiner Doktorarbeit im Rheingau!

Viele Grüße - Jacqui

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Einmal Borra Caves und zurück!

DSCN2326

Am Montag den 29. November 2010 haben wir einen finalen Ausflug gemacht:
4.30 Uhr, aufstehen. 5.30 Uhr, ich werde abgeholt und stellt Euch vor, die Inder sind sogar mal pünktlich! Ich bin überrascht ;-)
Wir fahren mit dem Auto ins Landesinnere Richtung Borra Caves. Um 7.00 Uhr machen wir eine erste kleine Pause und starten in den Tag mit einem Bread Omelette Frühstück (Picasa-Webalbum)! Danach geht´s weiter zum Katiki Wasserfall (Picasa-Webalbum)! Echt genial dort! Und wieder einmal hat sich das frühe Aufstehen gelohnt. Als wir den Katiki Wasserfall verlassen, strömen uns Horden von indischen Touristen entgegen! Zum Glück waren wir früh dran (was ab geht wenn Inder kommen, könnt ihr in folgendem Link sehen und hören: http://www.youtube.com/watch?v=vN6XCI9_lGo&feature=player_embedded Das Video ist allerdings nicht von mir!) Es geht weiter zu den Borra Caves, ein zum Teil touristisch erschlossenes Höhlensystem (Picasa-Webalbum). Anschließend fahren wir weiter durch das Araku Tal (Picasa-Webalbum). Die Straße wird von einer traumhaften Kultur- und Naturlandschaft gesäumt! Wir besuchen schließlich das Araku Tribal Museum. Leider ist hier das fotografieren nicht erlaubt. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, besuchen wir noch eine Parkanlage (Picasa-Webalbum)! Gegen 21.00 Uhr bin ich schließlich wieder im Gästehaus und geschafft von den genialen Eindrücken des Tages!

Genießt die letzten Bilder aus Indien:



Picasa-Webalbum

Sonntag, 28. November 2010

Fashion-Show

Wir waren heute Abend auf einer indischen Dance & Fashion Show in Visakhapatnam. Die Show wurde von einem Seifen-Hersteller gesponsort und diente in erster Linie zur Promotion. Nichtsdestotrotz sind wir hin weil Ravi, mein indischer Mitdoktorand, daran teilgenommen und sich als Model auf dem Laufsteg versucht hat (Foto 1).

Nachtrag 29.11.2010: Die Fashion-Show war außerdem gleichzeitig Ms & Mr Visakhapatnam 2010 Wahl. Ravi hat den 2. Platz gemacht!

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Foto 1: Ravi (mit Hut) auf dem Laufsteg.

Nach eineinhalb Stunden war ich ziemlich gelangweilt und hab´ mir ernsthaft überlegt was Inder an der Show toll finden. Beim Blick auf Sandhya habe ich allerdings mit Freude festgestellt, dass sie wohl seit geraumer Zeit, das Sudoku-Rätsel in ihrem Handy, der Show vorzieht (Foto 2).

Sandhya

Foto 2: Nicht nur ich, sondern auch Sandhya ist gelangweilt!

Eins is´ klar, von diesem Seifen-Hersteller kaufe ich keine Seife!

Für Euch aber hier, meine ganz persönliche indische Fashion-Show:

Jacqui´s Chudidar Style

Dresses

Studieren in Indien

Gerade hat es an der Tür im Gästehaus geklingelt. Ich öffne. Mir steht ein unbekannter, hagerer, junger Inder gegenüber. Er streckt mir wortlos ein weißes DIN A4 Papier entgegen (Foto) auf dem folgendes vermerkt ist:

This is certify that K. Ravi studying M.P.C. II year. He is very poor student. He is deaf & dumb. He is able to write well. He is orphan. So, please help his as has to pay following fees...

(frei übersetzt: ein taubstummer Student, zudem noch Vollwaise, bittet um eine Geldspende um folgende Gebühren zu bezahlen...)

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Ich orientiere mich spontan an dem Geldbetrag meiner Vorgänger und gebe ihm 200.- Rupee. Beim Verfassen dieses Beitrags schlage ich erst einmal folgende Vokabeln im Wörterbuch nach: "deaf & dumb" (taubstumm) und "orphan" (Vollwaise). Über Google versuche ich leider erfolglos herauszufinden was "studying M.P.C" sowie "Tumon fees" bedeutet. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich ihm nicht mehr gegeben habe. Mir wird wieder einmal bewusst, was das deutsche Sozialsystem und das "Recht auf Bildung" bedeutet sowie auf welch hohem Niveau wir eigentlich darüber diskutieren...

Samstag, 27. November 2010

Laborarbeit: Deutschland - Indien

Laborarbeit2

Man beachte die indischen Sicherheits-Flip-Flops! Übrigens, man arbeitet hier ausschließlich in laboreigenen Flip-Flops oder barfuss...von daher ist das schon die sichere Variante ;-)!

Moskitoschutz

Was man sich nicht alles einfallen lässt, um sich vor fiesen Moskito-Attacken zu schützen. Ich erinnere hierbei einmal an den Blogbeitrag vom 28.10.2010.

Freitag, 26. November 2010

Zu Gast in Indien - "Iss, trink´, hab´ Spass"

``Khao, pio, maja karo!´´ ist die oberste Lebensmaxime des Inders. Zu Deutsch: ´´Iss, trink, hab´ Spaß!´´ oder in anderen Worten: ´´Genieß´ dein Leben, mach´s beste draus!“ [Auszug aus „KulturSchock Indien“, Rainer Krack]

Um nicht unhöflich zu sein, muss man sich natürlich manche indische Lebensphilosophie wie z.B. ´´Iss, trink, hab´ Spaß!´´ aneignen. Ehrlich gesagt, fällt mir das in diesem Fall nicht wirklich schwer ;-)! Am Donnerstagabend hat meine indische „Tschüss-Sag-Runde“ begonnen. Swapna und ich waren bei Guru P.V. Bharani Shenkar (Sri Ambikeswara Kuchipudi Dance & Music Academy) und seiner Frau Chetana Shenkar zum Abendessen eingeladen (Foto 1).

Abendessen_Bharani

Foto 1: Abendessen mit Guru P.V. Bharani Shenkar.

Ihr erinnert Euch? Mein indischer Kuchipudi-Tanz-Guru (Blog-Beitrag, 16.10.2010)?
Das Essen war hervorragend und wie immer wird man „genötigt“ noch einmal Nachschlag zu nehmen. Irgendwann ist aber auch beim besten Willen der Bauch so proppenvoll, dass nur noch „chalu“-sagen hilft. „Chalu“ ist Telugu und bedeutet, frei übersetzt, so viel wie „danke, ich bin wirklich satt, es reicht“. Die Inder sind bei „chalu“ aus einem deutschen Mund, so überrascht und gleichzeitig erfreut, dass sie akzeptieren, dass der Gast tatsächlich ausreichend gesättigt ist.
[ Guter Trick von mir, was ;-)?! ]

„Die formellen indischen Begrüßungsformeln lauten namasté und namaskar. Während dieses Grußes werden die Handflächen vor der Brust zusammengelegt und der Kopf ein wenig geneigt. Diese Grußformel bezeugt Respekt und ist sehr formell. Man sollte sie vor allem bei „Respektpersonen“ […] alten Menschen, wichtige Persönlichkeiten oder dem Guru anwenden.“ [Auszug aus „KulturSchock Indien“, Rainer Krack]

Neben dieser hier beschriebenen Begrüßungsform existieren noch zwei weitere. Begrüßt man Gott, werden die Hände über dem Kopf gefaltet. Begrüßt man einen Guru z.B. einen Tanzlehrer bei dem man Unterricht erhält, so werden die Hände vor dem Kopf gefaltet. Die Bedeutung dieser Begrüßung und das „how to do it“ hat mich Guru P.V. Bharani Shenkar, zwar in einem etwas anderen Zusammenhang, als hier beschrieben, am Donnerstag gelehrt:



Außerdem durfte ich natürlich wieder beim klassischen Kuchipudi-Tanz zusehen:



Ich hatte einen wirklich sehr interessanten, super lustigen und total herzlichen Abend bei Bharani & Chetana Shenkar (Foto 2)! Ich glaub´, ich hab mich noch nie so wohl gefühlt in einem Haus, in dem ich erst zum zweiten Mal zu Besuch war!!!!!!

BharaniFamily

Foto 2: Zu Gast bei Bharani & Chetana Shenkar.

Oh mein Gott - Schnee

...ich hab´ gehört im Rheingau und in Stuttgart schneit es! Unvorstellbar bei fast 30°C! So langsam kommen wohl die ersten Weihnachtsgefühle bei Euch auf?! Das einzige was ich bisher mit Weihnachten in Verbindung gebracht habe, war der Zimt- und Nelken-Geschmack in einem meiner letzten Currys diese Woche ;-)

Schnee

Donnerstag, 25. November 2010

Das indische Pendant zur deutschen Frittenbude

Currywurst mit Pommes rot-weiß bitte? Oder doch lieber Pav Bhaji (Foto 1), Hot Chat (Foto 2) oder Panipuri (Foto 3)?

Pan_Essen

Foto 1: Pav Bhaji.

Chat1

Foto 2: Hot Chat.

Pani

Foto 3:
Panipuri.

Diese drei Fast-Food-Gerichte kann man im indischen Schnellimbiss (Foto 4) ordern.

Chat-Bude
Pan

Foto 4: Das indische Pendant zur deutschen Frittenbude - indischer Schnellimbiss.

Pav Bhaji und Hot Chat sind suuuuper lecker! Panipuri besteht aus kleinen, frittierten Teigkügelchen mit Öffnung, in die man eine Art Gemüsebrühe füllt, um dann das gefüllte Teigkügelchen komplett in den Mund zu schieben (Foto 5).

Pani-Jacqui

Foto 5: So isst man Panipuri.

Naja, man kann es essen aber eine schöne schwäbische Gemüsebrühe mit Backerbsen „isch mer do doch scho lieber!“. Pav Bhaji und Hot Chat sind auf jeden Fall eine nette Abwechslung zu Curry mit Reis.

Mittwoch, 24. November 2010

Indische Promotionsverteidigung

Am Ende der Promotion muss man sowohl in Deutschland als auch in Indien seine Doktorarbeit in einem Vortrag verteidigen. Am Montag habe ich an einer indischen Promotionsverteidigung teilgenommen:
Man ist in einem Hörsaal, die Powerpoint des Prüflings ist an die Leinwand projiziert, der Prüfling steht nervös davor, die Damen und Herren Professoren sitzen in den ersten Reihen und wie üblich quetschen sich die Studis und Doktoranden in die Letzten (Foto). Auf den ersten Blick alles ganz normal – gewohnt deutsch. Der indische Prüfling fängt mit leiser Stimme an zu reden. Ich verstehe kaum ein Wort. Plötzlich fängt es hinter mir an zu rascheln. Plastiktüten werden geöffnet. Ich verstehe noch weniger. Die Verursacher des Geraschels stehen auf und - ich traue meinen Augen nicht - verteilen erst einmal Snacks und Getränke – ein paar Knabber-Nüsse, was Süßes und einen Mango-Frooti (Foto) an die Professorenschaft. Danach bekommen wir, das Fußvolk, ebenfalls Snacks und Getränke serviert.

Promotionsverteidigung

Die Einleitung zum Vortrag ging komplett im Gekruschtel und Geraschel unter. Ist aber auch nicht wichtig. Hauptsache die indische Professorenschaft ist mit Snacks und Getränken milde gestimmt für die Notengebung und die Studis und Doktoranden haben eine Beschäftigung bis zum Vortragsende. Je nachdem wo ich meine Doktorarbeit verteidigen darf: Geisenheim (Rheingau) oder Hohenheim (Schwabenländle) werde ich dann Riesling, Salzbrezeln und Spundekäs oder Trollinger mit Lemberger und Zwiebelkuchen servieren! Da sollte dann doch mindestens ein magna cum laude drin sein!

Kabelbruch

Uff, jetzt hab´ ich mich gerade ziemlich erschreckt. Kämpfe seit Wochen mit einem Kabelbruch an meinem Ladegerät für den Laptop. Wir haben das so notdürftig repariert. Gerade habe ich aber festgestellt, dass ich einen weiteren Kabelbruch im Stromkabel von der Steckdose zum Adapter habe. Da hat´s gerade Funken geschlagen, Bumm gemacht und ich zwei Sätze rückwärts.
Ich hab´ jetzt beschlossen meine Finger vom Kabel zu lassen. Ich möchte schließlich wieder nach Hause kommen.....uijuijuijui....hab ich mich erschreckt. Ging ja aber zum Glück noch einmal gut. Ich versuch´ so schnell wie möglich (für indische Verhältnisse) eine Lösung zu finden. Ohne Laptop bin ich nämlich ziemlich aufgeschmissen! - Bin dann wohl erst mal offline -

Das Ladegerät/Kabel hat sich noch einmal notdürftig von Ravi zusammenflicken lassen....:-)
Eine Woche muss es ja nur noch durchhalten!

Ladegeraet

Dienstag, 23. November 2010

Tirumala Tirupati

Montag 15. November 2010, 5.00 Uhr. Wir sind wieder in Tirupati bzw. genauer gesagt vor dem Eingangstor zum Pilgerpfad zum Tirumala Tirupati Tempelkomplex. 3550 Treppenstufen (Foto) und 7 km Fußmarsch trennen uns noch von unserem Ziel (Könnt Ihr Euch vorstellen wie viel 3550 Stufen sind? Also ich weiß jetzt wie sich 3550 Stufen anfühlen ;-)).

StufeNo3550

Foto: 3550 Stufen bis zum Ziel!

Um uns herum eine Menschenansammlung von ca. 100-200 indischen Pilgern (Picasa-Webalbum), die sich just in dem Moment in Bewegung setzen, als wir starten wollen. Wir kämpfen uns Pilger für Pilger und Treppenstufe für Treppenstufe durch die Menschenmasse nach vorne. Nach ca. 1000 Treppenstufen und einer halben Stunde Spurt, haben wir schließlich alle Pilger hinter uns gelassen und ich zweifle daran, ob es eine gute Idee war zu Fuß zu gehen (es gab schließlich auch noch eine Busalternative). Nach weiteren 1000 Stufen haben wir ca. 500-600 Höhenmeter innerhalb von einer guten Stunde hinter uns gebracht. Ich bin klitsch nass geschwitzt und natürlich hummerrot (Picasa-Webalbum). Zum Glück verteilen sich die restlichen 1550 Stufen mehr oder weniger gleichmäßig auf die noch folgenden 6.5 km Fußmarsch bis zum Tempel.



Picasa-Webalbum

Auf unserem Weg sehen wir zahlreiche kleine Tempel, eine bezaubernde Naturlandschaft, Affen und zahlreiche Streifenhörnchen und wir treffen freundliche, pilgernde, indische Jungs (Picasa-Webalbum). Dafür haben sich die Treppenstufen allemal gelohnt!
In Tirumala Tirupati Tempelkomplex angekommen, gibt es extra für Pilger Warteräume, Duschen, Schließfächer etc. (Picasa-Webalbum). Bevor wir uns auf den Weg machen „Gott“ zu sehen, lässt sich Ravi eine Glatze rasieren. Sowohl Männer als auch Frauen opfern ihre Haare für die Gottheit (oder finden´s einfach cool, dort zum Frisör zu gehen ;-)).
Gegen 10.30 Uhr sind wir schließlich in den Warteräumen, die dem eigentlichen Tempel vorgelagert sind. Die Warteräume ähneln Hörsälen mit einer Kapazität von ca. 500 Personen pro Wartesaal. Ab hier darf ich keine Fotos mehr machen. Jegliche elektronischen Geräte sind verboten. Wir warten. Der Wartesaal vor uns wird geleert. Wir sind die nächsten, die zur Gottheit gelassen werden. Wir warten. Wir warten schließlich 3 Stunden bis wir in einen „Treibgang“ entlassen werden, der Richtung Gottheit führt. Dort warten wir weitere 3 Stunden stehend, wie Sardinen aneinander gepresst. Der ca. 3 m breite und 80 m lange „Treibgang“ fasst zu diesem Zeitpunkt ca. 1000 indische Pilger, die es kaum erwarten können, ihre Gottheit zu sehen. Es werden, wie beim Fußballspiel, lauthals Schlachtrufe gegröllt, es wird gedrückt und geschoben und jeder möchte der erste bei „Gott“ sein. Das Ganze mündet schließlich in einem extremen Geschiebe und Gedrücke, als sich der 3 m „Treibgang“ auf einen 1 m breiten „Treibgang“ verengt. Nach diesem Erlebnis kann ich sehr gut nachvollziehen wie sich die Menschen bei der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 gefühlt haben müssen. Schließlich dürfen wir nach 6 Stunden für ca. 10 Sekunden einen Blick in einen düsteren Raum werfen in dem sich angeblich Shri Venkateshvara – die wichtigste Gottheit des Tempels – manifestiert in einer Statue, befinden soll. Das besinnliche Betrachten der Statue ist nicht möglich - nein - man wird vom seitlich platzierten Security-Personal in Richtung Ausgang gestoßen und in der Menschenmasse weiter geschoben. Für christliche Verhältnisse hat das nichts mir einer „Gott-Erfahrung“ zu tun und ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht einmal sicher, ob ich das gesehen habe, was ich hätte sehen sollen. Auch hier trifft mal wieder ein Satz von Sandhya zu: „Indians are crazy about God!“

Montag, 22. November 2010

Frisch gepresst – Zuckerrohrsaft

Aus Zuckerrohr (Foto) kann man nicht nur Haushaltszucker herstellen, sondern auch leckeren Zuckerrohrsaft pressen…



...leider ist der Sonnenstand etwas ungünstig für das Video....

Zuckerrohrfeld

Foto: Zuckerrohrfeld auf dem Weg nach Bangalore.

Zuckerrohrsaft ist echt lecker! Solltet Ihr unbedingt bei Gelegenheit probieren!

Samstag, 20. November 2010

Das ist "auch" Indien!

Um mich auf meinen Indien-Aufenthalt vorzubereiten, habe ich vor meiner Abreise das Buch „KulturSchock Indien“ [Rainer Krack] gelesen. Seit ich hier bin überprüfe ich täglich, ob meine Erlebnisse auch tatsächlich mit der im Buch beschriebenen „Das ist Indien-Realität“ übereinstimmen. Und tatsächlich, 95% des Gelesenen stimmt mit meinen persönlichen Erfahrungen überein.
Natürlich sind in diesem Buch nicht nur die schönen Seiten Indiens beschrieben. Einige der weniger schönen Seiten durfte ich am Wochenende und in den letzten Tagen erleben…

Freitag 12. November 2010
, unsere Zugtickets wurden nicht bestätigt. Wir nehmen den Bus nach Tirupati, mit dem Übel, dass wir zwei Stunden später ankommen werden, als ursprünglich geplant. Nach 14 Stunden Busfahrt sind wir schließlich gegen 7.00 Uhr in der Nähe von Tirupati. Wir steigen aus, ich schnüre meine Wanderstiefel voller Vorfreude auf das bevorstehende Naturereignis, als mich Ravi fragt: „Hast du mein Handy gesehen? Und wo ist eigentlich deine Regenjacke?“. Oh Shit - beides befindet sich wohl noch im Bus. Meine Regenjacke ist nicht das Problem, aber ein Inder ohne Handy (Foto 1) ist wie ein PCR-Ansatz ohne Taq-Polymerase bzw. wie ein Rheingauer ohne Riesling.

Ravi_Handy

Foto 1: Ravi und das Handy. Keine Ahnung wie viele Minuten Inder und Inderinnen am Tag mit ihrem Handy in trauter Zweisamkeit verbingen... ;-)

Bis wir schließlich nach 3 Stunden Handy und Regenjacke wieder haben (ich hätte in seiner Situation genauso gehandelt, deshalb war das schon ok ), sind wir leider megamäßig zu spät für das Trekking! - Das ist "auch" Indien! - Daraufhin beschließen wir weitere 6 Stunden im Bus zu verbringen und nach Bangalore (~300 km entfernt von Tirupati) zu fahren. Ein guter Freund von Ravi hat am Sonntag Geburtstag. Und wenn schon kein Trekking, dann doch wenigstens Geburtstag feiern und eine weitere indische Stadt sehen. Leider hat der Bus von Tirupati nach Bangalore ebenfalls Verspätung - Das ist "auch" Indien! - Wir warten also 2 Stunden am indischen Busbahnhof (Foto 2):

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Foto 2: Warten am indischen Busbahnhof.

„Ein Westmensch wirkt wie ein Magnet auf die, die weniger haben als er. Ein Sparschwein auf zwei Beinen, man hört es direkt klimpern. So hängt sich ein Tross von Bettlern an seine Fersen…“ [Auszug aus „KulturSchock Indien“, Rainer Krack]

Frauen, Männer und kleine Kinder strecken mir ihre Hände entgegen, ziehen an meinen Kleidern, schauen mich mit leidenden Blicken an und rufen „One rupee, please“, „Ten rupee, please“ oder „Twenty rupee, please“ - Das ist "auch" Indien! -

Ich sitze auf dem Boden und warte auf den Bus. Eine der zahlreichen Frauen mit Kind streckt mir ihre Hand entgegen und bettelt mich an. Ich verweigere mich und kassiere dafür einen Tritt in meinen Rücken… - Das ist "auch" Indien! -

Nach insgesamt mehr als 24 Stunden Reisezeit kommen wir in Bangalore gegen 21.00 Uhr an. Dort nehmen wir uns Hotelzimmer, duschen, gehen essen und kaufen auf ausdrücklichen Wunsch von mir 2 Flaschen Bier (der erste Tropfen Alkohol seit ich hier bin; in Indien trinkt man in der Regel nicht). Über den Geschmack lässt sich streiten, aber ich war froh, dass ich überhaupt ein Bier bekommen habe…

Sonntag 14. November 2010
, wir treffen uns mit Ravis Kumpel und dessen Freunden und fahren mit dem Bus (mit was auch sonst ;-)) zum Wonder La Freizeitpark in Bangalore. Dieser Freizeitpark bietet nicht nur Autoscooter, Free Fall Tower etc. sondern auch zahlreiche Wasserspass-Erlebnisse (Picasa-Webalbum).



Picasa-Webalbum

Im Freizeitpark wurde ich mit einem weiteren Problem konfrontiert: schwimmen gehen in Indien. Natürlich habe ich gelesen, dass man nicht zu viel Haut zeigen soll etc. pp.. Deshalb hatte ich über meinen Tankini auch meine kurze Trekkinghose und ein T-Shirt an. Dort angekommen sehe ich jedoch vereinzelt Mädels mit Trägertops. Mir kommt in den Sinn, dass ich wenigstens heute ein paar Sonnenstrahlen abbekommen könnte. Um meine fixe Idee jedoch wirklich abzusichern, erkundige ich mich bei den Mädels, ob es wirklich ok ist, „so viel“ (für indische Verhältnisse) Haut zu zeigen (siehe Foto in Picasa-Webalbum).

„Die Westlerin gilt bei den indischen Männern als besonders freizügig, als sexueller Geheimtipp, was in Anbetracht der relativen Prüderie ihrer eigenen Kultur gerechtfertigt sein mag….Ein nacktes Bein oder ein tiefer Ausschnitt wirken ungemein provozierend auf die indische Herrenwelt….“ [Auszug aus „KulturSchock Indien“, Rainer Krack]

„Eine indische Frau zeigt mit ihrem Sari zwar viel Bauch und Rücken – eine freie Schulter, die Beine vom Knöchel aufwärts und ein tiefer Ausschnitt sind aber tabu. Aufgrund der unterstellten Unmoral des Westens werden westliche Frauen gelegentlich herablassend behandelt: ein Kniff in den Hintern hier, ein Griff zwischen die Beine dort. Im Westen so nimmt man an, ist das nichts Besonderes. Die Verwunderung ist zumeist groß, wenn die so „Betatschte“ sich heftig wehrt.“ [Auszug aus „KulturSchock Indien“, Rainer Krack]

Ich stehe in einem Schwimmbecken, zusammen mit Ravi und seinem Kumpel, in dem sich in den nächsten Minuten zwei Meter hohe Wellen auftürmen sollen. Da indische Frauen noch schlechter schwimmen können als indische Männer, befinden sich um uns herum ca. 30-40 grölende 20-30 jährige indische Männer. Plötzlich kneift man mich in den Hintern. Ravi und sein Kumpel nehmen mich schützend in die Mitte. Die Wellen werden stärker. Wir treiben auseinander. Plötzlich fühle ich mehrmals patschende indische Männerhände auf meinen Brüsten, die schließlich versuchen mir mein Tankini-Oberteil vom Leib zu reisen…..Ich verlasse fluchtartig das Wasser, bin stinksauer und hammermäßig schockiert und enttäuscht, dass so etwas tatsächlich passiert. - Das ist "auch" Indien! -

Ravi und sein Kumpel waren sichtlich beschämt über das Verhalten ihrer indischen Landsleute. Und ich hätte mich besser auf das Buch und mein zweifelndes Bauchgefühl, das mich bei meiner fixen Sonnenidee überkommen hat, verlassen sollen, also auf die Auskunft von gebildeten, weltoffenen indischen Freunden, die sicherlich nicht den Durchschnittsinder/in widerspiegeln.

Ein paar Auszüge aus den letzten Wochen/Tagen:

Schlendere ich die Straße entlang, drehen sich zahlreiche Hälse in meine Richtung um und schauen mir mit offenem Blick ins Gesicht. Frauen und Kinder lächle ich an und ernte dafür auch meistens ein noch viel größeres Lächeln. Männerblicke meide ich. - Das ist "auch" Indien! -

Ich sitze gestern Morgen auf der Toilette (entschuldigt bitte, dass ich das so schreibe, aber dieses Erlebnis ist echt zu krass) als ich plötzlich Männerstimmen höre. Ich drehe meinen Kopf nach oben in Richtung Lüftungsschacht und blicke plötzlich direkt in zwei indische Männeraugen. - Das ist "auch" Indien! -
Heute sind Sandhya, Swapna und ich dem Lüftungsschacht auf die Spur bzw. auf das Dach gegangen und haben uns in die Position des indischen "Spanners" begeben. Von dort aus kann man mir wunderbar bei der täglichen Körperpflege (Toilettengang, Dusche etc.) zuschauen. Ob es ein dummer Zufall war oder beabsichtigt, kann ich nicht sagen. Wir haben uns heute auf jeden Fall beschwert, worauf man am Lüftungsschacht Scheiben angebracht hat. Zur Sicherheit habe ich noch ein Handtuch davor gehängt.

Muss ich z.B. am Busbahnhof für eine Weile alleine warten, dauert es meist nicht lange bis ich angesprochen oder „vollgesülzt“ werde - zumeist von indischen Männern. „Where are you from?“, gefolgt von „What´s your name?“ sind die Standardfloskeln mit denen jedes Gespräch beginnt. 50% der Gespräche sind nett. 50% der Gespräche sind aus meiner Sicht „dummes angelabert“ werden. - Das ist "auch" Indien! -

Sandhya und ich verlassen gerade den Busbahnhof, als mich ein wildfremder Inder in meinem Alter anspricht, ob er ein Foto mit mir machen darf. Sein Englisch war nett, deshalb habe ich eingewilligt. Welche Geschichte er wohl seinen Freunden zu diesem Foto erzählt? - Das ist "auch" Indien! -

Ich meide nach Einbruch der Dunkelheit längere Wege allein zu Fuss. Ich habe es so langsam satt (insbesondere bei etwas schlechterer Tagesstimmung), ständig und überall "angelabert" und angeschaut zu werden. Mein sonst freudig strahlendes Gesicht hat sich zum Selbstschutz schon einen düsteren Blick angeeignet ;-). Meine Hautfarbe und mein Geschlecht wirken aber trotzdem wie ein Magnet auf Inder.
Alle diese Erlebnisse kann man wohl unter dem Satz von Sandhya „Indians are crazy about foreigners“ was so viel bedeutet wie „Inder sind verrückt nach Ausländern“ zusammen fassen.
So langsam wird es Zeit, dass der Rummel um meine Person ein Ende hat. Ich freu mich schon wieder auf deutsche Privatsphäre, meine Unabhängigkeit und Bikini-Wasserspass-Erlebnisse ohne indische Patschehände auf meinem Körper!

Wie ihr hört, hatte ich in den letzten Tagen einen kleinen indischen Durchhänger! Aber ein wenig Heimweh ist wohl ganz normal, insbesondere dann, wenn man so eine tolle Familie, Freunde und Arbeitskollegen vermissen darf!!!

Donnerstag, 18. November 2010

Wir sind auf dem Weg zurück nach Visakhapatnam

Grüße aus dem indischen Nachtbus! Für mehr reicht meine Laptopbatterie nicht und leider sind die Steckdosen im Bus nur Deko ;-)

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...schon wieder was gelernt heute: diese Art Tücher zu binden kannte ich bisher noch nicht!
Guts Nächtle (22.25 Uhr bei uns) und bis morgen!

Eure Jacqui & Sandhya

Happy Birthday Swapna

Gestern war ein muslimischer Feiertag (Bakrid) - somit ein freier Tag für uns – und zudem Swapnas Geburtstag (Foto).

DSCN1426

Am Vormittag habe ich versucht meine Wochenenderlebnisse für Euch aufzuarbeiten, was mir allerdings bisher noch nicht vollständig gelungen ist. Zum Mittag hat uns Swapna dann zum Essen eingeladen und anschließend sind wir an den Rushikonda Beach gefahren (Picasa-Webalbum). Gegen Spätnachmittag ging´s dann weiter nach Kailasagiri. Kailasagiri ist ein kleiner Berg mit Parkanlage und Freizeitmöglichkeiten am Stadtrand von Visakhapatnam. Dort haben wir ein wenig Spass gehabt ;-) und zudem die super Aussicht über Visakhapatnam genossen (Picasa-Webalbum).



Picasa-Webalbum

ÜBRIGENS...

Zug

...kaum zu glauben aber wahr: Ich stelle diesen Beitrag gerade aus einem indischen Zug online (es gibt Strom :-)). Sandhya und ich sind auf dem Weg nach Guntur [Feld ca. 400 km (8 Std Zugfahrt) entfernt von Visakhapatnam] zur Probenahme. Also, herzliche Grüße von uns beiden aus dem indischen Zug :-)!

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